NDR 2 Plaza Festival 2012

Wie üblich am Freitag des ersten Juniwochenendes war es wieder so weit: Das Plaza Festival von NDR2 rief und ~ 18.000 Fans kamen um ein tolles Programm mit vier richtig guten Bands/Künstlern zu sehen und hören.

Die Expo Plaza war bereits mit Beginn des ersten Acts um 17:30 Uhr gut gefüllt. Bevor wingenfelder:Wingenfelder begannen, hatten sich bereits die NDR 2 Moderatoren Ponik & Petersen sowie Jens Mahrhold ins Zeug gelegt und für Stimmung gesorgt. Im Gegensatz zum Vorjahr sah der Himmel diesmal (zu Beginn) nur dunkel aus, ließ aber kein Wasser auf die Fans hernieder. Kein Vergleich mit dem Wolkenbruch aus 2010. Lediglich die Temperaturen spielten nicht wirklich mit. 13 Grad und eine steife Brise sorgten für einige frierende Zuschauer, doch dazu später noch mehr.

Einen musikalischen Traumstart legten um 17:30 Uhr Kai und Thorsten Wingenfelder von wingenfelder:Wingenfelder hin. Auch wenn sie unter diesem Namen dem einen oder anderen nicht bekannt gewesen sein mochten, in den 21 Jahren mit Fury in the Slaughterhose hatte wohl jeder schon mal Berührungspunkte mit ihnen gehabt. Und so fanden sich in der Setlist natürlich neben Songs von wingenfelder:Wingenfelder auch die großen Fury Hits wie „Won’t Forget These Days“ oder „Time To Wonder“. Letzteres wurde in einer epischen 8-Minuten-Fassung dargeboten und vom Publikum laut und innig mitgesungen. Ganz stark war aber auch der Song „Angst vor der Angst“ (vom Album „Besser zu zweit“) sowie dessen Ankündigung. Offen und frei erzählte Kai von seinen psychischen Problemen zu den Erfolgszeiten bei Fury, schlug einen Brücke zu Robert Enke und fand schließlich diese (sinngemäßen) tollen Worte: „Wenn es Euch nicht gut geht, dann redet darüber. Wenn Ihr jemanden seht, dem es nicht gut geht, dann redet mit ihm“.

Die Wahl von wingenfelder:Wingenfelder als Opener war eine richtig gute, hatten sie bei ihrem Heimspiel die Fans doch von Anfang an auf ihrer Seite. Einziger Wehrmutstropfen war die leider begrenzte Dauer ihres Auftritts.

Nach diesem gelungenen Start mit den „alten Hasen“ trat um 18:45 ein echter Newcomer auf die Bühne: Tim Bendzko. Mit dem Song “Nur noch kurz die Welt retten” gelang ihm der Durchbruch und gleich Platin-Status. Natürlich war dieser Song auch Teil des Sets und DER Höhepunkt in seiner erstaunlich souveränen und überzeugenden Performance. Dass es sich dabei um keine Eintagsfliege handelt, zeigt das Album “Wenn Worte meine Sprache wären”, welches mit Gold veredelt wurde. Auch die gleichnamige Single kam beim Publikum sehr gut an und wurde fleißig mitgesungen. Gewisse stilistische Ähnlichkeiten zu dem später noch als Headliner aufgetretenen Xavier Naidoo, waren/sind sicher nicht von Nachteil zumal der Berliner Singer/Songwriter trotzdem seinen eigenen Stil hat.

Nach den doch eher ruhigen Tönen von Tim Bendzko war es an Rea Garvey, die Plaza zu rocken. Um 20:15 ging es los und das mit Power und toller Stimme. Diese markante Stimme hat analog zu der Story der beiden Wingenfelder Brüder mit REAMONN ebenfalls eine höchst erfolgreiche Bandvergangenheit. Die Mischung aus Reamonn-Hits (z.B. Through the eyes of a child“), Solohits („Color me in“, „Can’t Stand the Silence“, …) sowie aus Kooperationen mit anderen Musikern (z.B. be.angeled) kam richtig gut an und die Massen in Bewegung. Nach dem großen Erfolg mit „The Voice of Germany“ war es klar, dass Rea diese Sendung ansprechen würde. Das er zusammen mit dem von ihm unterstützten „Michael Schulte“ ein stimmlich sehr gut passendes und kraftvolles Duett zum besten geben würde, war hingegen nicht unbedingt vorherzusehen, aber eine gute Idee. Dass Rea mit einer guten Portion Humor gesegnet ist, zeigte die Erklärung seines „besch…. Akzents“: Wer Deutsch in Freiburg gelernt hat und dann u.a. in Hamburg, Berlin und jetzt Freiburg gelebt hat, der muss ja einfach einen schrägen Akzent bekommen.

In den Sonnenuntergang (ja, die Sonne hatte sich inzwischen auch gezeigt) hinein traf er mit seinen gleichermaßen kraftvollen wie melodischen Songs den richtigen Nerv und wurde fleißig vom Publikum gefeiert.

Den Abschluss eines tollen Nachmittags/Abends konnte schließlich ab 22:15 Uhr Xavier Naidoo & Quartett setzen, der seit 14 Jahren auf der Erfolgswelle reitet und in dieser Zeit zahllose Hits wie z.B. „Dieser Weg“, “20.000 Meilen” oder “Nicht von dieser Welt” hatte. So war sein Set auch eine Aneinanderreihung von Hits mit allseits bekannten Texten, die inbrünstig mitgesungen wurden. Überraschend war die rockige, treibende Interpretation von einigen seiner Songs die, wie z.B. „Zeilen aus Gold“ direkt ins Bein gingen und die Fans zum Tanzen animierten. So war seine „besorgte“ Frage ob es den Fans nach einigen eher traurigen Songs im Mittelteil noch gut ginge, wohl auch eher rhetorischer Art. Bei den Fans war auf jeden Fall war die Stimmung durchgängig sehr gut. Das dennoch einige Besucher nicht mehr bis zum Ende des Sets blieben war der bereits eingangs erwähnten Temperatur geschuldet. Nachdem die Sonne gegen 20:oo Uhr so langsam von der Plaza verschwunden war, wurde es doch empfindlich kühl.

Gegen 23:35 fand das Plaza Festival sein diesjähriges Ende und hinterließ tausende glückliche Besucher. Und nicht wenige werden schon mit der Vorfreude auf das Plaza Festival 2013 nach Hause gefahren sein.

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