Der Graf auf seiner letzten Reise

Am 5. August machte Unheilig Station auf der Eiswiese in Rothenburg o.d.T.  Eines der letzten Konzerte des Grafen wurde von 7000 Fans gebührend gefeiert.

Tausende Fans schockierte der Graf, Frontman von Unheilig, als er am 5. August 2014 seinen Rückzug aus der Musikgeschäft bekannt gab, gehört er doch nun seit 17 Jahren zum festen Bestandteil der Branche und ist eine der bekannstesten Musikgrößen Deutschlands. Über drei Millionen verkaufter Alben und mehrfache Auszeichnungen belegen den steilen Weg nach oben. Am Gipfel des Pop-Olymp angekommen, tritt er nun kürzer, um mehr Zeit für die Familie zu finden. Die Nachricht schlug im Herbst 2014 ein wie eine Bombe. Mit den Worten „ Du musst aufhören, wenn es am Schönsten ist“ leitete er damit das Ende einer ganze Ära ein. „Lebe wohl zu sagen ist nie leicht. Es liegt in unserer Natur, an Dingen festzuhalten, die wir mögen oder lieben. Allerdings hat alles seine Zeit. Und für mich ist es an der Zeit, meinen Abschied aus der Öffentlichkeit vorzubereiten.“ , so seine erklärenden Worte.

Um den Abschied erträglicher zu machen, startete der Graf bereits im Frühjahr 2015 mit der „Gipfelstürmer Tour“. Im Anschluss folgte die Zusatztournee „Es ist Zeit zu gehen“ und die finale Abschiedstournee „Ein letztes Mal“, die nun wie ein Countdown dem großen Finale am 10. September im „RheinEnergieStadion“ in Köln zusteuert.

Drei Vorbands hatte der Graf diesmal mit im Gepäck.

Opener waren „Be One“ aus dem Münsterland. Die beiden Musiker David Ray Jr. und Amiens füllten die Luft mit akustischen und elektronischen Elementen. „Staubkind“ aus Berlin waren auch schon 2014 dabei. „Wenn Musik es schaffen kann, mitzureißen, zu berühren, um aus dem Alltag zu entführen oder sie einfach dahin mitzunehmen, um zu träumen, zu lieben und zu leben – dann hat man es genau mit dem zu tun, was die Berliner Band Staubkind ausmacht.“. „Schandmaul“, die nun auch schon ihren 18. Geburtstag feiern konnten, boten deutschen Folkrock mit mittelalterlichen Instrumenten. Dudelsackklänge und Geige, gepaart mit akustischen Klängen und Rock heizten die Menge ein für den Main Act.

Nach dem Countdown stürmte der Graf die Bühne und bereits mit dem Opener „Hinunter bis auf eins“ hatte er die Menge eingefangen. Gewohnt dynamisch nahm er seine Fans mit auf eine Zeitreise durch die vergangenen Jahre, bis hin zu den Wurzeln, die damals noch in der Gothic-Szene zu finden waren. An fehlender Konditon kann es unmöglich liegen, dass er sich von der Bühne zurückzieht. Auch nach 18 Jahren ist der Graf ein pures Feuerwerk und sprüht vor Energie. Balladen fanden sich im Wechsel mit harten und düsteren Klängen. „Für immer“ vom Album „Große Freiheit“ aus dem Jahr 2010 und „Sag ja“ ,welcher 2001 mit dem Album „Phosphor“ erschien, zeigen die Bandbreite der gespielten Songs. Fehlen durfte natürlich auch nicht der Track „An deiner Seite“ vom Album „Puppenspiel“, mittlerweile eines der meistgespieltesten Lieder auf Beerdigungen. Textsicher waren die treuesten seiner Anhäger bei allen Songs dabei. Aber auch nach einer knapp zweistündigen Show, wollten die Fans „ihren Grafen“ nicht ziehen lassen.  Dieser lies nicht lange bitten und forderte mit „Maschine“ noch einmal die letzten Reserven seiner Anhänger. Mit „ Zeit zu gehen“, „ Große Freiheit“ und ein paar letzten sehr persönlichen Worten, vor allem des Dankes, an seine treuen Fans, ließ er jedoch dann eines seiner letzten Konzerte ausklingen. Wehmut lag in der Luft… auf beiden Seiten.

Ein Abschlussalbum, welches den Namen „Von Mensch zu Mensch“ trägt, ist in den letzten Monaten entstanden und wird nun am 04.11.2016 veröffentlicht.
„Ich will nicht zu viel verraten, aber ich liebe „Von Mensch zu Mensch“ schon heute.“, so die Worte des Grafen.

Und die Fans sagen ein letztes Mal „Dankeschön!“…

Text & Fotos: Tanja Will

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