14.08.2021

SaariHelvetti – Ein besonderes Festival mit besonderen Herausforderungen

– Find the english Review below –

 

Am Freitagnachmittag machte ich mich auf den Weg ins Zentrum meiner Heimatstadt Tampere. Dort, von Laukontori-Hafen, geht es mit einer 20-minütige Fahrt mit der Fähre, zur „Island of Hell“.

Das SaariHelvetti Festival findet auf Viikinsaari statt, einem beliebten Sommerort für Touristen und Einheimische gleichermaßen. Aber bevor wir auf die Insel kommen, erhalten wir alle eine kostenlose Maske und Handdesinfektionsmittel. Während des Festivals muss zu jeder Zeit eine Maske getragen werden (außer beim Essen oder Trinken), dies hat zu Beschwerden von mehreren Hundert Menschen geführt, deren Meinung nach dies übertrieben sei und das Festivalerlebnis ruinieren würde.

Zum Glück waren während des Festivals nur wenige Hartnäckige nicht in der Lage, die Sicherheitshinweise zu befolgen und zu meiner Überraschung haben die meisten Besucher akzeptiert, dass diese Maßnahmen sehr notwendig sind und so war es möglich, dass pro Tag etwa 2500 Menschen noch wenigstens dieses eine weitere Festival in diesem Sommer genießen konnten.

Und Sommer ist es ganz sicher. Ich habe fast einen Sonnenbrand bekommen, trotz Sonnencreme. Zum Sommer-Feeling trägt auch der Geruch von gegrilltem Schweinefleisch bei, der mich bereits bei der Ankunft auf der Insel empfängt.

Nachdem man die Location ein wenig erkundet habe und es gibt hier wirklich viel zu entdecken gibt (Vip-Restaurant, Fünf Food-Stände, Merch-Stand, 3 Bühnen, Schmuckstand mit sogar speziellem SaariHelvetti-Schmuck, Killstar-Fashionstand, mehrere Barbereiche, ein Stand zum Aufladen von Handys und für coole Polaroid-Bilder), habe ich die Zeit vor dem ersten Band genutzt, um meinen Bauch zu füllen. Auch wenn zu diesem Zeitpunkt nur die Hälfte des Festivalgeländes geöffnet ist, habe ich trotzdem schon die Wahl zwischen dem bereits erwähnten Schweinefleisch, unterschiedlich gefüllten Pitas und einem Grillstand mit Burger, Pommes und Co. Ein weiterer großer Pluspunkt, zumindest als Frau, ist, dass es echte Toiletten gibt, nicht nur Dixis (die gibt es natürlich auch) und die waren sogar noch am Samstagabend sauber. Dafür ein großes Dankeschön. Das einzige Problem dabei ist die meist ziemlich lange Schlange und in Kombination mit der Tatsache, dass es keine Pausen zwischen den Bands gibt, verpasst man mit Sicherheit etwas, wenn man auf die Toilette muss. Damit komme ich auch zu meinem ersten Kritiker: Es passiert so viel auf diesem Festival, was mir eigentlich gefällt, aber es ist unmöglich, alles zu sehen. Als Fotograf habe ich kaum Zeit, zwischen den Bands auch nur ein Getränk zu kaufen. Es würde das Festivalerlebnis meiner Meinung nach sehr verbessern, wenn zwischen den Shows auf den beiden Hauptbühnen ein paar Minuten Pause wären, zumindest genug, um von der einen zur anderen zu laufen.

Etwa eineinhalb Stunden nach der Ankunft auf der Insel beginnt die erste Band Shereign zu spielen. Dies ist ihre allererste Show und auch die letzte Show für Sängerin Sara Strömmer vor ihrem Mutterschutzurlaub und ich denke, sie haben einen wirklich guten Job gemacht. Dies liegt wahrscheinlich daran, dass die Mitglieder bereits Erfahrung mit anderen Bands gesammelt haben (Fear of Dominican / Black Light Discipline). Sehr süß war, dass einige Fans beschlossen, einen ganzen Rucksack voller Plüschtiere mitzubringen, um sie auf die Bühne zu werfen. Ich hätte wirklich gerne mehr von diesem Gig gesehen, aber leider musste ich schon nach wenigen Songs gehen, um zur andere Bühne zu gelangen, wo sich Tyrantti schon zum Spielen fertig machte. (Bilder 1-3 von mir, 4 – 9 von Sami Hinkkanen)

Das Trio ist eher eine Spaßband. Ich glaube nicht, dass sie sich selbst zu ernst nehmen, weshalb es sehr viel Spaß macht, sie live zu sehen, zumal diese drei Jungs wirklich voller Energie sind. Ich glaube aber nicht, dass ich sie wirklich auf einer Platte hören würde. Aber hey, „Denkt daran genug zu trinken, auch Bier“. (Alle Bilder von Sami Hinkkanen)

Als nächstes folgt I Revolt aus Kerava, die in letzter Minute für Detset (die sich in Korona-Quarantäne befinden) eingesprungen ist. Sie sind meiner Meinung nach leider etwas monoton anzuhören. Gleichzeitig findet auch ein Speed-Dating-Event statt, aber nur für Leute, die sich vorher angemeldet haben. (Bild #10 von Sami Hinkkanen)

Zurück auf der Kaaoszine-Bühne sind die Trolle angekommen. Viele Fans sind offensichtlich wegen Finntroll hier, da sie auch als Trolle verkleidet sind (unwissend wie ich es bin, dachte ich zuerst, sie seien mürrische Elfen, aber einer der Fans hat mich glücklicherweise über die offensichtlichen Unterschiede informiert). Es stellte sich heraus, dass Trolle wirklich gute Musiker sind. Wer hätte das bei so mürrisch aussehenden kleinen Kreaturen gedacht?

Zur gleichen Zeit startete das Duo Kaikkonen + Liekkola auf der kleinen Rock’n’Tits-Bühne ihr erstes Set des Abends. Leider habe ich sie gar nicht zu Gesicht bekommen, sondern habe sie nur ein wenig gehört, während ich darauf gewartet habe, etwas zu trinken zu bekommen.

Als nächstes steht Finnlands älteste Doom Metal-Band Spiritus Mortis auf der Inferno-Bühne. Sie haben jahrelange Erfahrung und das zeigt sich, und obwohl sie vielleicht den Lebensfunken der jüngeren Bands vermissen, kann ich mich über nichts an ihrer Leistung beschweren. (Alle Bilder von Sami Hinkkanen)

Und während das Kaikkonen + Liekkola Duo noch ihr zweites Set beendet, bin ich schon wieder auf dem Weg zurück zur anderen großen Bühne, auf der Swallow the Sun spielen wird. Das ist auch der Punkt, an dem meine Hauptkamera anfängt Probleme zu machen. Wie ich später herausfinden musste, sind alle meine bisherigen Bilder des Tages spurlos verschwunden (Deshalb könnt Ihr heute mal einige von Samis Bildern genießen). Ihre düstere Todesstimmung hätte am nächsten Tag wahrscheinlich noch besser funktioniert, als die Welt tatsächlich unterzugehen schien.

Ein totales Kontrastprogramm dazu ist One Morning Left mit ihrem Electro/Metalcore-Mix. Ich stelle überraschend fest, dass ich ihre Musik sehr genieße, auch wenn sie mir ein bisschen zu viel Disco-Feeling gibt.

Doch schon bald darauf war mit Headliner Insomniums Death Metal wieder „End of the World“-Feeling angesagt. An einem so schönen Sommerabend mit rosa Himmel empfinde ich das ein bisschen anstrengend zum zuhören, aber das ist nicht wirklich mein Genre und ich denke, für jemanden, der auf diese Art von Musik steht, war es wahrscheinlich eine wirklich gute Show.

Die letzte Band des ersten Tages war dann Nicole, eine Gruppe bestehend aus vier Jungs, die auf singen auf Finnisch und von denen ich keine Ahnung habe worüber sie singen, aber was auch immer es ist, ich mir gefällst.

Was mir hingegen wesentlich weniger gefällt, ist das nun notwendige Anstehen für die Fähre zurück. Obwohl ich schon nach den drei Songs von Nicole die ich fotografieren durfte gegangen bin, und dadurch noch vor vielen der Insomnium-Fans an der Schlange ankam, dauerte es trotzdem eine Stunde bis zum Boot. Dies ist eines der anderen Dinge die ich auf diesem Festival nicht so toll finde. Wäre es vielleicht möglich, einen Campingplatz auf der Insel zu arrangieren, damit nicht jeder auf diese Boote steigen muss? Das wäre echt cool und würde das ganze noch deutlich verbessern. Wenn dies nicht möglich ist, weiß ich nicht, wie man dieses Problem verbessern könnte, aber nach einem langen Festivaltag macht es definitiv keinen Spaß, noch so lange in der Schlange zu stehen, nur um nach Hause zu kommen. Ich wollte das Festival gegen 23:15 verlassen und erst gegen 01:15 habe ich es geschafft zu Hause anzukommen und das obwohl ich mein Zuhause buchstäblich vom Festivalgelände aus sehen kann. Es ist nur etwa 2 km entfernt, aber einen schnelleren Weg gibt es nicht. Das ist sehr frustrierend.

 

Tag zwei begann mit Silver Bullet, die ihren Platz auf dem Festival durch den jährlichen Bandwettbewerb, den SaariHelvetti vor dem Hauptfestival veranstaltet, gewonnen haben. Diese Jungs waren meine größte Überraschung des Festivals, ich denke, sie haben großes Potenzial und ich werde sie auf jeden Fall im Auge behalten.

Auf der Hauptbühne beginnt der Tag mit Rytmihäiriö und in etwa zur gleichen Zeit verschwindet leider auch das Sommerfeeling, ein Sturm zieht auf.

Ember Falls schaffen es mit ihrer sehr energiegeladenen Musik, mich noch ein wenig vom Wetter abzulenken. Dies war ihre erste Show seit Ewigkeiten, dadurch hatten sie viel neues Material, das sie ihren Fans live zeigen konnten. Während Ember Falls noch spielt, beginnen die Mädels von Tampere Burlesque ihre Auftritte auf der Rock’n’Tits-Bühne.

Als nächstes sind Lähiöbotox auf der Hauptbühne, was sich irgendwie deplatziert anfühlte, da sie Rap und Hip-Hop spielen. Andereerseits ist dieses Festival so vielfältig (auch in seinen Besuchern), dass es wo, wenn nicht hier, funktionieren könnte, einen Hip-Hop-Act für ein Metal-Festival zu buchen und damit durchzukommen.

Als nächstes ist die leicht anzuhörende Heavy-Metal-Band Satan’s Fall dran die Bühne zu rocken. Die Zeit verging während ihres Auftritts wirklich schnell und bevor ich es wirklich merke, muss ich schon wieder zurück zur andere Bühne.

Dort bereitet sich meine lang erwartete Band Lost Society vor. Dies ist eine dieser Bands, bei der, wenn sie spielen, man einfach von ihrer Energie gefesselt wird. Es ist unmöglich, keine gute Zeit zu haben, wenn diese Jungs spielen, selbst bei dem jetzt einsetzenden Regen.

Als nächstes ist Vorna auf der Inferno-Bühne, die ich für das schlechte Wetter verantwortlich mache, da sie sagten, dass sie dieses Wetter speziell bestellt haben, um zur Atmosphäre ihrer Musik zu passen. Scherz beiseite, auch wenn ich nicht wirklich verstehe, worüber sie singen (da es wieder auf Finnisch ist), mag ich sie, sie wirken sehr sympathisch.

Diablo, die als nächstes auf der Hauptbühne spielen, ist eine Band, mit der man nicht viel falsch machen kann. Sie sind nicht herausragend, haben aber jedes Mal, wenn ich sie gesehen habe, gute Leistungen geliefert.

Atlas aus Tampere, die für die (ebenfalls) unter Quarantäne gestellten Mors Subita einsprangen, sind noch sehr jung und haben noch Wachstumspotenzial. Sie selbst nennen ihren modernen Metal-Musikstil „Northcore“.

Als sich der Headliner Mokoma am Samstag bereit macht, auf die Bühne zu gehen, bin ich klatschnass und kalt vom Regen. Meine Füße und meine Kamera sind die einzigen trockenen Sachen, die noch übrig sind. Sogar mein wasserabweisender Rucksack unter der Regenhülle ist innen nass. Zum Glück bietet das Festival auch Heißgetränke wie Kaffee, Tee und Kakao an, sodass ich mich wenigstens ein bisschen aufwärmen kann. Sie sind es wert, durchlitten zu werden, diese Band verdient definitiv den Hauptslot des Festivals.

Danach trocknete ich ein bisschen in einem Zug auf dem Spielplatz aus (ja, dieses Festival hat einen Spielplatz mit Schaukeln und allem, es ist grosartig, wenn man zwischen den Bands etwas Zeit hat) und dann war zu guter Letzt Arion dran. Wie viele andere Besucher hatte ich nach all dem Regen und kaltem Wind einfach nicht mehr das Gefühl, dass ich ihre gesamte Show durchhalte. Ich habe Arion schon öfter gesehen und sie sind definitiv sehenswert, aber nicht auf Kosten meiner Gesundheit und so gehe ich lieber schon nach drei Songs in der Schlange für die Fähre, von der aus ich sowieso noch die ganze Show hören kann.

Am Ende war es ein sehr schönes Fest. Ich habe ein paar alte Freunde getroffen und neue Leute kennengelernt. Dieses Festival ist sehr einzigartig und hat viel zu bieten, so viel, dass man nie weiß, wohin man gehen soll. Es wäre sehr schön, wenn sie in Zukunft den Zeitplan etwas lockern würden, damit wir mehr von den angebotenen Sachen genießen könnten. Auch der Frust des Wartens auf die Fähre hinterlässt eine letzte Erinnerung an das Festival, die ihm nicht gerecht wird. Das nächste Mal werde ich einfach als Fan hingehen, um ein entspannteres Erlebnis zu haben, aber ich werde wiederkommen, weil die Idee des Festivals großartig ist.

Auch große Pluspunkte für den Versuch, dieses Festival für alle so sicher wie möglich zu machen. Ständiges reinigen mit Desinfektionsmittel, die Möglichkeit für Kartenzahlungen und ein Sicherheitsteam, das tatsächlich überprüft, ob sich die Leute an die Regeln halten und sie wenn nicht daran erinnern.

Dieses Festival ist definitiv hier, um Ihnen eine gute Erfahrung zu verschaffenb und nicht um Geld zu verdienen. Oh, wusstet Ihr, dass Sie sogar Ihr eigenes Picknick und Getränke (sogar Alkohol, solange es in einer verschlossenen Plastikflasche mit maximal 1,5 Litern ist) mitbringen können, wenn Sie möchten? Ich meine, wie cool ist das den!

 

 

– English –

 

On Friday afternoon I made my way to the centre of my hometown Tampere. There, from Laukontori, it takes a 20 minute ferry ride to get to “the Island of Hell“.  

SaariHelvetti festival is located on Viikinsaari, a popular summer location for tourists and locals alike. But before we can get to the island, we all are handed a free mask and hand sanitizer. A mask must be worn at all times during the festival (except while eating or drinking), this has caused complaints from several hundreds of people, who thought that this was over the top and would ruin the festival experience. Thankfully during the festival only a few stubborn individuals were incapable of following the safety instructions and to my very happy surprise most people accepted that this measures are very necessary and so it was possible for about 2500 people on each day to still have at least this one more festival this summer.  

And summer it most certainly is. I almost got a sunburn, even with sunscreen on. Adding to summer feeling is the smell of grilled pork, that welcomes you already when arriving on the island.  

After exploring the location a bit and there’s a lot to explore (Vip-restaurant, five food stands, merch stand, 3 stages, jewellery stand with even special SaariHelvetti jewellery, Killstar clothing stand, several bar areas, a stand were, you can charge your phone and get cool Polaroid pictures), I used the time before the first band to fill my tummy. Even though only half of the festival area is open yet at that time, I still get to choose between the previously mentioned pork, differently filled pitas and a grill stand with Burgers, fries and co. Another big plus point, at least as a girl, is that there are actual toilets, like real ones, not just Dixis (they do have these as well) and those were actually clean even still on Saturday evening. A big thanks for that. The only problem with these is the usually pretty long line and in combination with the fact that there’s no break between the bands you most certainly miss something if you need to use the restroom. This also brings me to my first critic: There is so much happening on this festival, what I actually like, but it’s impossible to see all. As photographer I barely have time to even just buy a drink between bands. It would improve the festival experience a lot in my opinion if there would be a few minutes break between the shows on the two main stages, at least enough to walk from on to the other.  

Approximately one and a half hours after arriving on the island the first band, Shereign starts to play. This is their very first show and also the last show for singer Sara Strömmer before her mommy leave and I think they did a really good job with. This probably is because the members are already experienced from playing in other bands (Fear of Dominican / Black Light Discipline). Very cute was that some fans decided to bring a whole backpack full of plush toys to throw on stage. I would have really liked to see more of this gig, but unfortunately I already had to leave to get to the other stage, were Tyrantti was already getting ready to play. (Pictures 1 -3 by me, 4 – 9 from Sami Hinkkanen)

The trio is more of a fun band. I don’t think they  take themselves to serious, what is quite fun to watch live, especially as those three guys are really full of energy, but I don’t think I would actually listen to them on a record. But hey, “remember to drink enough, beer as well“. (Pictures by Sami Hinkkanen)

Next up is I Revolt from Kerava who filled in last minute for Detset (who are in Corona quarantine). They are unfortunately a bit monotone to listen to in my opinion. At the same time there’s also a speed dating event happening, but this is only for people who signed up for it in advance.  (Pictures #10 by Sami Hinkkanen)

Back at the Kaaoszine stage the trolls have arrived. Many fans are obviously here for Finntroll, as they are dressed as trolls as well (Unknowingly as I am I at first I thought they were grumpy elves, but one thankfully informed me about the obvious differences). Turns out trolls are actual good musicians, who would have thought that about such grumpy looking little creatures.  

At the same time on the small Rock’n’Tits stage Kaikkonen + Liekkola Duo stared playing their first set of the evening. Unfortunately, I didn’t get to see them at all, only heard a little bit while waiting to get something to drink.  

Next up on the Inferno stage is Finlands oldest Doom Metal Band Spiritus Mortis. They have years of experience and that shows and while they might miss the spark of life of the younger bands I also can’t complain about anything in their performance.  (All Pictures by Sami Hinkkanen)

And while Kaikkonen + Liekkola Duo still finishes their second set I’m already on my way back to the other big stage again were Swallow the Sun is about to play. Which is also the point my main camera starts making problems. As I later needed to find out all my pictures from before are gone into oblivion (That’s why you get to enjoy some of Samis pictures today). Their dark death-doom atmosphere would have probably worked even better on the next day, when the world actually seemed to end.  

A total contrast programme of this is One Morning Left with their electro/metalcore mix. I surprisingly find myself enjoying their music a lot, even though it gives me a bit of a disco feeling.  

But already soon after were back with the ‘end of the world’ feeling with headliner Insomniums death metal. On such a lovely summer evening with pink skies I find this a bit exhausting to listen. But this isn’t really my genre and I think that for someone who’s into this kinda music it probably was a really good show. 

The final act of the first day then was Nicole, a group of four guys. They sing in Finnish and I have no idea what they sing about, but what ever it is I like it. 

What I like much less is the now necessary queuing for the ferry back. Even though I already left after the three songs of Nicole I got to photograph and still ended up in front of many Insomnium fans it took an hour to get to the boat. This is One of the other things I don’t find to great on this festival. Would it maybe be possible to get a campground on the island, so not everyone needs to get on those boats? That would be really cool and help the experience a lot. If this isn’t possible, I don’t know how this problem could be improved, but after a long festival day it definitely isn’t fun to wait in line so long just to get home. I started leaving at around 23:15 and was home at around 01:15 and that even though I can literally see my home from the festival area. It’s just about 2 km away, but there’s no faster way. This is very frustrating.  

 

Day two started with Silver Bullet, who won their spot on the festival through the yearly band competition SaariHelvetti holds before the main festival. Those guys were my biggest surprise of the festival, I think they got great potential and I’ll definitely gonna keep tabs on them. 

On the main stage Rytmihäiriö takes the start and this about as long as the summer feeling lasts. A storm is coming.  

Ember Falls with their very energetic music manage to still keep my mind off the weather for a bit. This was their first show in ages, so they had some new material to show their fans live. While Ember Falls still plays the girls from Tampere Burlesque start their performances on the Rock’n’Tits stage.  

Next up on the main stage was Lähiöbotox, what felt kinda out of place, as they play Rap and Hip-Hop. On the other hand this festival is so diverse (in it’s visitors as well), that where if not here, could it work to book an hip-hop act for a metal festival and get away with it. 

Easy to listen heavy metal band Satan’s Fall is next to rock the stage. The time past really fast during their performance and before I really realise it I already have to go to the other stage again.  

There my long awaited Lost Society is getting ready. This on of these bands that when they play you just get catched in their energy. It’s impossible to not have a good time when these guys play, even with the now starting rain.  

Next on the Inferno stage is Vorna, who I’m going to blame for the bad weather, as they said they specifically ordered this weather to fit the atmosphere of their music. Joke aside, even though I don’t really understand what they sing about (as it is in Finnish) I like them, they seem very sympathetic. 

Diablo who is next on the main stage, is a band you can’t really do much wrong with. They’re not outstanding, but have delivered well played performances every time I’ve seen them.  

Atlas from Tampere who filled in for the (also) quarantined Mors Subita are still very young and still have potential to grow. They themselves call their modern metal music style ‘Northcore’. 

By the time Saturday headliner Mokoma gets ready to go on stage I’m soaking wet and cold from the rain. My feet and my camera are the only dry things left. Even my water-resistant backpack under it’s rain cover is wet inside. Luckily the festival also offers hot beverages like coffee, tea and cocoa, so I at least get to warm up a bit. They are worth suffering through, this band definitely deserves the main slot of the festival.  

After this I dry up a bit in a train on the playground (yes, this festival has a playground with swings and everything, it’s amazing when you have some time to kill between bands) and then last but not least was Arion. Like many others, after all the rain and cold wind, I just didn’t feel like I could make it through their whole show anymore. I have seen Arion several times before and they’re definitely worth watching, but not on cost of my health and so I rather stay in line for the ferry from where I can still hear the whole show anyway.  

In the end it was a very nice festival. I got to meet some old friends and get to know some new people. This festival is very unique and has a lot to offer, so much you never know where you should go to. It would be very nice if in the future they would lose up the schedule a bit so we could enjoy more of the offered stuff. Also the frustration of waiting for the ferry leaves a last memory of the festival that doesn’t do it justice. Next time I’ll just go as a fan to get a more relaxed experience, but I will be back, because the idea of the festival is great. 

Also big plus points for trying to make this festival as safe as possible for everyone. Constant disinfecting, possibility for card payments and a security team that actually checks if people follow the rules and if not remind them.  

This festival is definitely here to give you a good experience and not to make money. Oh, did you know you can even bring your own picnic and drinks (even alcohol, as long as it is in a sealed plastic bottle with maximum 1.5 liters) if you want? I mean how cool is that! 

20.06.2019

Summer Breeze 2019 – das LineUp ist komplett!

Das Line-up des diesjährigen Summer Breeze Festivals zu Dinkelsbühl ist komplett. 130 (!) Bands treffen dort vom 14.8-17.8.2019 auf geschätzte knapp 40000 Zuschauer, ein ganz großes Metal-Fest!

Headliner dieses Jahr sind Parkway Drive, Avantasia und Bullet for my Valentine, aber auch die zweite Reihe mit Bands wie Testament, Lordi oder In Flames hat es wahrlich in sich!

In der Galerie findet ihr ein paar Bilder der Bands von anderen Gelegenheiten. Seid dabei, wenn sich in Dinkelsbühl alle treffen, denen Metal wirklich wichtig ist!

Tickets gibt es hier:
https://www.summer-breeze.de/de/tickets/hardtickets/

 

 

 

Parkway Drive
Parkway Drive

Parkway Drive

Parkway Drive

Avantasia

Avantasia

Avantasia

Avantasia

Avantasia

Avantasia

Bullet for my Valentine

Bullet for my Valentine

IN FLAMES

IN FLAMES

IN FLAMES

IN FLAMES

IN FLAMES

IN FLAMES

Beast In Black

Beast In Black

Brainstorm

Brainstorm

Brainstorm

Brainstorm

Brainstorm

Brainstorm

Kissin Dynamite

Kissin Dynamite

Van Canto

Van Canto

Van Canto

Van Canto

 

 

28.05.2019

Im Interview: Vidi Dolev von Subterranean Masquerade / Gunned Down Horses

Interview mit Vidi von Subterranean Masquerade / Gunned Down Horses, per Mail am 17. Mai 2019

 

Hi Vidi! Also, nach eurer erfolgreichen Tour durch Europa mit Subterranean Masquerade bist du nun zurück in Isreal. Nicht, um es nun ruhig anzugehen, wie es scheint. Du hast gerade mit deinen Bandkollegen von Gunned Down Horses angekündigt, dass ihr ein internationales Festival in Tel Aviv organisieren werdet. Eure Idee ist es, Leuten neue Musik zu zeigen – welche Bands werden spielen und auf was können wir uns freuen?

 

Danke, dass du Zeit und Interesse für das neue Projekt von Gunned Down Horses hast. Ja! Ich bin gerade vor zwei Wochen zurück gekommen und habe mich gleich um die finalen Planungen unseres Projekts gekümmert – ein internationales Festival, das die Öffentlichkeit für das Problem von sexueller Gewalt, häuslicher Gewalt und toxische Beziehungen sensibilisieren soll. Um wirklich was zu bewegen, werden wir anlässlich dieses Events unseren Song Turtle Doves als Kinderbuch veröffentlichen, wovon alle Einnahmen dem Haifa Rape Crisis Center gespendet werden. Haifa ist unsere Heimatstadt.

 

Wir haben aus ganz Europa tolle Independent-Bands zusammengebracht, die sich für unseren Protest und unseren Kampf einsetzen wollen. Und ja, wir wollen auf jeden Fall neue Bands und Künstler bekannt machen, wir wollen, dass die zukünftige Musikindustrie sich auch für gemeinnützige Themen einsetzt, und wir vertrauen da unserem Publikum, dass es sich immer nach neuen Sachen da draußen umschaut. Wir vertrauen auch unserem Publikum dahingehend, dass sie sich für die Themen interessieren, für die wir uns stark machen.

 

Auf dem Festival werden wir Erla begrüßen, eine aufstrebende Band aus Island, die dieses Jahr auf dem Glastonbury Festival spielen, und deren Frontfrau auch bei Dali und Gruska Babuska aktiv ist, sie ist auch eine mega Bassistin und hat sogar für den Eurovision performt.

Wir werden auch die niederländische Band Einfach Kurt dabei haben, mit denen wir letztes Jahr durch die Niederlande getourt sind, dunkler Folk mit einer Menge Humor und schönen Geschichten, sie klingen als wäre Tom Waits in einem Heliumballon und sie sind brilliant. Aus Israel haben wir die starke Band OSOG, welche gerade von SXSW zurück gekommen sind und sehr erfolgreiche Touren in den USA haben. Ihr Sänger Avital Tamir war früher in der Metalband Betzfer und schließlich haben wir aus Deutschland die experimentelle Grooveband Homie. Und natürlich werden Gunned Down Horses spielen. Nachdem von unserer DIY Tour zurück gekommen sind, während der wir schließlich Support auf Deep Purple’s Abschiedstour in Russland im Stadion gespielt haben, hatten wir dann das Bedürfnis, heim zu kommen und etwas zu erschaffen, das nicht nur für uns ist – sondern vor allem etwas für das Publikum – und so sind wir heute hier, mit diesem besonderen Festival, einem internationalen karitativen Event, von der weltweiten unabhängigen Rock-/ Folk-/ Metalszene, einem großen Event mit dem Ziel, so viel wie möglich Einnahmen für dieses Krisenzentrum zusammenzubekommen.

Wird es einen Livestream von dem Event auf den sozialen Medien geben?

 

Das gesamte Event wird auf jeden Fall festgehaten, wir arbeiten an der Möglichkeit eines Livestreams, wir versprechen, dass alle Leute weltweit irgendwie unsere Konzerte sehen können werden, entweder live, oder bald danach, wir werden uns darum kümmern, dass es überall in den sozialen Medien sein wird.

 

Aber am wichtigsten ist, dass die Einkünfte des Buches an das Haifa Rape Crisis Center gehen. Wie seid ihr darauf gekommen?

 

Ich werde so ehrlich sein, wie möglich. Ich spiele seid 15 Hahren in Bands, ich habe mit Thrashmetal und Kellerpunk angefangen und mit der Zeit, wie alle anderen Musiker, habe ich immer weiter gemacht, ich war in einigen Projekten involviert, welche mich auf immer größere Bühnen und in immer bessere Möglichkeiten der Selbstverwirklichung gebracht haben, zu Anerkennung und Erfahrungen, welche, aus meiner damaligen Sicht, einen endlosen Hunger nach Bedeutung gefüttert haben. Ich habe etwas Schreckliches entdeckt, was zu etwas wunderbaren führte – es ist nie genug wenn du dich immer nur auf dich selbst konzentrierst. Letztes Jahr, haben wir, nachdem unsere Band schon seit drei Jahren existiert, es allein geschafft, uns soweit aufzuschwingen, dass wir für eines unserer größten Vorbilder, Deep Purple, in großen Stadien gespielt haben.

 

Die Gefühle, ich kann gar nicht anfangen, sie zu beschreiben. Aber ich kann sicher ein ganz bestimmtes Gefühl beschreiben, einen Tag danach – „Es ist vergangen. Was nun?“ und dann begann ich ernsthaft darüber nachzudenken, was der nächste Schritt ist, um dieses Monster der Leere in mir zu besänftigen. Wir haben gesehen, wie unser Lied Turtle Doves so viele Herzen berührt hat, und die Leute sind nach den Konzerten zu uns gekommen, haben uns ihre eigenen Geschichten und ihre eigenen Traumata erzählt und da wir schon einen unserer größten Träume erfüllt hatten, begannen wir als Band davon zu träumen, dass die Kunst etwas verändern kann. Es war klar unser nächster Schritt, nachdem wir so gesegnet waren mit unvergesslichen Erfahrungen, dass wir mit unserem Publikum als eine Gemeinschaft sprechen würden und denen helfen würden, die sich nicht immer selbst helfen können und auf diese Weise – die Musik wurde geboren und damit auch die Kooperation mit dem Krisenzentrum. Nun fühle ich endlich, wie die große Leere auf eine gesunde Art und Weise gefüllt wird.

 

Gab es ein bestimmtes Ereignis, das euren Wunsch ausgelöst hat, dieses wichtige Thema zu unterstützen?

 

Ja, da gab es etwas! Turtle Doves war der erste Song überhaupt, den ich für Gunned Down Horses geschrieben habe, es war auch der erste Song, der nicht Metal oder irgendwie experimentell ist, den ich je komponiert habe. Also war es natürlich auch der erste, den wir am meisten gespielt haben und wir haben immer unsere Konzerte mit diesem Lied beendet, egal wo wir in der Welt gespielt haben, oder auf was für Bühnen und in welchen Genres (die Musik unserer Band ist sehr abwechslungsreich und schwer zu definieren, deshalb durften wir auf Hard Rock-Bühnen spielen, genauso wie bei Indie Veranstaltungen oder in experimentellen Kontexten), egal wo wir spielten, haben die Leute sofort den Liedtext verstanden und uns nach der Show angesprochen, um ihre Gefühle über diesen besonderen Song auszudrücken, sie schrieben uns darüber und wir verstanden, dass wir ein Lied mit einer starken Message in unseren Händen haben, mit dem man etwas bewirken kann.

 

Davon abgesehen, wenn man auf der Bühne ist, dann sieht man manchmal Dinge, die die Leute in der Menge nicht sehen können, einfach, weil die Bühne ein bisschen höher ist und so sehr wie das Publikum den Künstler anstarrt, schaut auch der Künstler zurück ins Publikum. Die meisten Menschen sind wunderbar, aber ich sehe auch sexuelle Übergriffe und ich sehe, wie Leute außer Kontrolle geraten und ich sehe, dass oft niemand etwas sagt, oder niemand versteht, was da gerade passiert und das macht mich wirklich traurig und ich will das nicht in unserer Community, also dachten wir, dass es eine gute Sache ist, unser Lied, unsere Musik, zu nutzen, um für die Leute zu sprechen, die auf unsere Konzerte gehen.

 

Auch viel zu viele schlimme Geschichten von unseren Freunden, von Fans, die wir treffen, von unserer eigenen Familie. Und schließlich meine eigenen Erfahrungen, die mich nach einer langen Zeit dazu drängt, es in die Welt zu verkünden, und ich mache das durch meine Performance, ein Lied, ein Buch. Ich hoffe, dass wir das später intensiver besprechen können, denn im Moment bereiten wir uns darauf vor, diese Nachricht weltweit zu verbreiten. Wir sind bereit zu kämpfen.

 

Sind häusliche Gewalt und Vergewaltigung in Israel ein großes Problem? Wie sehr seid ihr davon betroffen?

 

Für den ersten Teil der Frage nehme ich am besten die Zahlen dessen her, gegen das wir kämpfen:

 

Bestürzende Fakten:

1 von 3 Frauen wird in ihrem Leben sexuell missbraucht.

1 von 5 Frauen wird vergewaltigt.

1 von 5 Mädchen wird belästigt.

Jungs und Mädchen unter 12 Jahren werden ungefähr zu gleichen Prozentteilen Opfer von Übergriffen.

Nur 6% der Fälle von sexuellen Übergriffen werden den Behörden gemeldet.

Über 85% der Sexualstraftätern waren zuvor Bekannte der Opfer.

Für jeden, der mehr wissen will – folgt diesem Link – ihr könnt noch mehr Fakten zu dem Thema finden: https://www.1202.org.il/en/ . Es ist die Seite des Haifa Rape Crisis Centers.

 

Für den zweiten Teil deiner Frage: Gunned Down Horses war und wird immer eine Band sein, die sich über die Liedtexte ausdrückt, und diese Texte sind nicht fiktional. Wir singen viel über unsere eigene persönliche Existenz in einer extrem herausfordernden Gesellschaft, welche sich manchmal sehr posttraumatisch und gewalttätig anfühlt, aber auf der anderen Seite wird jeder positive Moment extrem intensiv gelebt und ich würde gerne so denken, dass wir einen biographischen Soundtrack für unsere eigenen Leben schreiben, mit dem Ziel, eine Geschichte in einer Weise zu schreiben, dass es für den Rest des Universums steht und nicht nur für unsere eigenen privaten Momente. Um es nicht nur eine private Angelegenheit zu machen, versuchen wir eine persönliche Sprache zu finden, mit der Hoffnung, dass die persönliche Authentizität Teil einer universellen Erfahrung wird, mit der sich jeder identifizieren kann. Sehr viel unserer Arbeit ist über den Krieg, die Liebe und Schuld in allen Formen, Sex, die Frage nach Identität, Traumata, Persönlichkeitsstörungen und alle menschlichen Verhaltensweisen, die aus diesen Themen entstehen. Es ist nicht immer deprimierend, es kann sogar von Zeit zu Zeit humorvoll sein, aber das Ziel der Band ist es, diese Gefühle und Themen herauszuarbeiten, und dazu gehört eben auch das Thema häusliche Gewalt und sexueller Missbrauch.

 

In den letzten Jahren gab es eine große Debatte über Sexismus in der Metal- und Rockszene. Was ist deine Meinung und was sind deine Erfahrungen?

 

Als ich ein Kind war und zu Rock- und Metalkonzerten ging, gab es da fast keine Frauen. Das überraschte mich als etwas Merkwürdiges, ich sah die Möglichkeiten, die die Rockmusik hat, um gegen etwas zu protestieren, als eine Möglichkeit, sich gegenseitig stark zu machen, einen Ort von Gleichheit und Gemeinschaft, welche ohne all das nicht sein kann und keinen Wandel hervorbringt. Also konnte ich diesen in der Szene existierenden Sexismus nicht verstehen. Es war das komplette Gegenteil von allem, wofür diese Musik stand, aus meiner Sicht. Ich denke, wir haben noch viel zu tun, bevor wir es schaffen werden, diese Wand aus Sexismus einzureißen und um in der Welt des Metal diese Trennungen zwischen den Geschlechtern und allen Arten von Sexualität zu überwinden. Ein Künstler, der auf einer Rockbühne performt und zur Zeit eine meiner größten Inspirationen ist, und welcher in der Lage sein könnte, die ersten Hammerschläge gegen diese Wand zu schwingen, das ist der aufstrebende palästinensische Künstler Rahsa Nahas, sie lebt meistens in Berlin und performt auf der ganzen Welt, ich empfehle unbedingt, mal ihre Musik auszuchecken, denn sie hat den wahren Geist des heutigen Rock’n’Roll und repräsentiert den Wandel, der am Kommen ist.

 

Wie können die Festivalbesucher und die Fans, die nicht nach Israel kommen können, euer Projekt unterstützen?

 

Für diejenigen, die nicht kommen könnnen, aber uns helfen und spenden wollen, werden wir das Buch mit der Musik verkaufen, online, der Vorverkauf begann bereits am 18. Mai. Alles Geld, das ihr in das Buch investiert, wird gleich dazu verwendet, vielen Opfern zu helfen, dass ihnen hoffentlich bald besser geht.

 

Um es zu kaufen und für Spenden: https://www.turtledovesbook.com/

 

Gunned Down Horses wird auch demnächst einige Geram Daten bekanntgeben, wo ihr alle herzlich eingeladen seid, uns zu treffen, und das Buch persönlich von uns zu bekommen. Bis dahin hoffen wir, dass ihr das Buch bestellen werden, den Text lernt und mit uns singt, um für die Leute zu sprechen, die sich nicht für sich selbst äußern können.

 

Danke für das kurze Interview!

 

Danke, dass ihr unsere Sache unterstützt!

 

 

Jasmin Hammon

12.05.2019

Impericon Festival München 2019

Am 27.04.2019 wurde es laut im Münchner Backstage. Es war wieder Zeit für das Impericon Festival.

Dieses Jahr mit dabei: City Kids Feel The Beat, Letters Sent, Storyteller, Trade Wind, Get The Shot, Gray Noir, Being as an Ocean, Holding Absence, Counterparts, Grizzly, Our Mirage, Deez Nuts, Imminence, Nasty, Callejon und Stick To Your Guns.  

Die Ulmer Band City Kids Feel The Beat eröffneten um 14 Uhr das Festival auf der Lonsdale Stage. Von Joel Quartuccio und Michael McGough (Being As An Ocean)  und Sänger Jesse Barnett (Stick To Your Guns) gab es jeweils ein Acoustic Set, das auch den härtesten Fan weich kochte. Mit ihren Stimmen verzauberten sie das ausverkaufte Impericon Festival. 

Die schwedische Band Imminence waren auf Release Tour und überzeugten mit ihrer Show voll und ganz. Harte Riffs und weiche Klänge einer Geige passen eben doch ganz gut zusammen.

Den krönenden Abschluss aber lieferten Callejon und im Anschluss der Headline Stick To Your Guns, welche eine absolut überragende Show hingelegt haben. 

27.09.2018

Kiirarock 2018, 14.09 – 15.09 in Tampere, Finnland

Die Fünfte Auflage des Kiirarock Festivals startet mit der Alternative Rock Band Rückwater. Die 3 Jungs aus Tampere konnten sich zu recht bei der Newcomer-Competion behaupten. Einen so guten Opening-Act hatte ich nicht erwartet, das (wieder einmal) kaum vorhandene Publikum wohl auch nicht.

Zum Glück steigt die Besucherzahl doch recht schnell und bei Joviac trauen sich die ersten Fans  sogar schon vor die Bühne. Für finnische Verhältnisse und in Anbetracht der doch noch recht frühen Uhrzeit ist das schon erstaunlich gut. Es macht aber auch wirklich Spaß Joviac zuzuschauen. Die Musik ist abwechslungsreich und die Stimme von Sänger Viljami Wenttola ist absolut fantastisch. Das Ganze ist irgendwie schwer zu beschreiben und das scheint der Band ähnlich zu gehen, deshalb deklarieren sie Ihren Stil einfach mit „We play music“.

Anschließend rocken Dead End Scene aus Helsinki, bei inzwischen vollem Haus, die Jack the Rooster Bühne. Ich glaube die Jungs haben auf der Bühne genauso viel Spaß wie die Fans vor der Bühne, das passt einfach.

Den Abschluss am Freitag machen Normandie aus Schweden. Leider gibt es hier immer wieder technische Probleme, dass scheint den Fans aber zum Glück nicht viel auszumachen, die Stimmung ist trotzdem gut. Irgendwie muss ich bei den Jungs an Casting-Show Boygroups wie die Backstreet Boys denken, (Ich überlasse es hier jedem selbst zu entscheiden, ob das positiv oder negative ist.) aber irgendwie ist es ja doch ganz nett.

Der Samstag beginnt mit Rose Pilots und die haben offensichtlich Fans in Tampere. Ein bisschen mehr Abwechslung wurde den Songs meiner Meinung nach zwar nicht schaden, aber auch so ist der Auftritt ein durchaus gelungener Start in den Abend.

Violent Fever aus Vantaa bringen „Hard Rock und post-grunge mit einem Hauch von Metal” und jede Menge Begeisterung und Engagement mit. Langeweile kommt hier definitiv nicht auf, dementsprechend gut ist auch die Stimmung.

Als nächstes sind Groupie High School an der Reihe, die einzige Band des Festivals, die ich schon einmal gesehen habe. Ich habe den letzten Auftritt als nicht besonders gut in Erinnerung, aber der ist auch schon eine Weile her, ich hoffe also auf eine Verbesserung. Als es dann losgehen soll fehlt erst einmal der Bassist – geht ja schon gut los – aber nach nur kurzer Suche kann es dann wirklich losgehen. Ich muss allerdings zugeben, dass die gute Laune der Band wirklich ansteckend ist. Die Ouluer machen einfach die ganze Bar zu Ihrer Bühne und sind mal hier mal dort zwischen dem Publikum. Die Jungs werden wohl kaum eine meiner Lieblingsbands werden, aber zumindest haben Sie sich seit dem letzten Mal um Welten verbessert und machen so durchaus irgendwie Spaß.

Inzwischen ist auch das letzte verbliebene Ticket verkauft und Kiirarock 2018 somit ausverkauft. Gerade noch rechtzeitig bevor Headliner Dynazty die Bühne betritt. Die Stimmung ist fantastisch. Die Schweden belohnen Ihre zahlreichen Fans mit jeder Menge Songs vom neuen Album „Firesign“ das am 28.09 veröffentlicht wird.

Insgesamt war das ein tolles Festival Wochenende und ich wage fast zu hoffen, das Tampere doch noch ein bisschen die Rock City ist als die ich es kennengelernt habe.

 

English:

The fifth edition of the Kiirarock Festival starts with alternative rock band Rückwater. The 3 guys from Tampere were able to win the newcomer competition. To be honest, I didn’t expect such a good Opening-Act and probably the (hardly) existing audience did not either.

Fortunately, the number of visitors is increasing quite quickly and during Joviac the first few fans dare to go in front of the stage. For Finnish standards and thinking of the still quite early time that is surprisingly good. But it’s really is a lot of fun to watch Joviac. The music is diversified and the voice of singer Viljami Wenttola is absolutely fantastic. The whole thing is somehow difficult to describe and that seems to also apply for the band them self, so they just declare their style with „We play music“.

Afterwards, Dead End Scene from Helsinki is rocking the Jack the Rooster stage. I think the guys have as much fun on stage as the fans in front of it. It just fits.

The final act on Friday is Normandie from Sweden. Unfortunately, they quite a few technical problems, but luckily the fans don’t seem to mind that too much, the atmosphere is still good. Somehow I’m reminded of casting show boy groups like the Backstreet Boys, (I leave it up to each of you, to decide if that’s positive or negative) but it’s still kinda nice.

Saturday starts with Rose Pilots and they obviously have fans in Tampere. In my opinion, a bit more variety would hurt the songs, but the performance is still a great start for the evening.

Violent Fever from Vantaa bring „Hard Rock and post-grunge with a touch of Metal“ and lots of enthusiasm and commitment. Boredom definitely don’t exist here, therefore, the mood is good.

Next up is Groupie High School, the only band of the festival I’ve ever seen before. I do not remember the last gig as a very good one, but it’s been a while now, so I’m hoping for an improvement. When it’s time to start, the bassist is missing – what a great start – but after only a short search, they are able to begin. However, I have to admit that the good mood of the band is really contagious. The Ouluers just make the whole bar their stage and are always here and there between the audience. The guys are unlikely to become one of my favorite bands, but at least they really improved a lot since I last saw them.

Meanwhile, the last remaining ticket has been sold and Kiirarock 2018 is therefore sold out. Just in time before headliner Dynazty to enter the stage. The atmosphere is fantastic. The Swedes reward their numerous fans with quite a lot of songs from the new album „Firesign“ which will be released on 28.09.

Overall this was a great festival weekend. I almost dare to hope that Tampere is still a little bit the Rock City as which I got to know it.

 

Copyright: Anna Brödel (https://www.facebook.com/theScarletMemoryPhotography/?ref=bookmarks)

09.08.2018

Amphi Festival 2018

Das diesjährige Amphi Festival war wohl mit Abstand das Heißeste! Dies lag nicht nur an den fast schon tropischen Temperaturen, sondern auch an den 12.500 Besuchern, die den Kölner Tanzbrunnen bis zur letzten Ecke füllten. 42 Bands auf 3 Bühnen sorgten für unvergessliche Momente, ganz vorneweg die Headliner And One und ASP, welche wiedereinmal mit ihren Shows die Menge beeindruckten. Die 80er Giganten Midge Ure und OMD brachten so manchen Junggebliebenen zum mitsingen und tanzen. Und wer immer noch nicht ausgepowert war, konnte auf einer der Aftershow Partys noch einmal richtig Dampf ablassen.
Wer nächstes Jahr am 20.07. und 21.07. noch nichts vor hat, sollte sich das Wochenende jetzt definitiv vormerken. 15 Jahre Amphi Festival, das muss gefeiert werden! Die erste Bandbestätigung wurde ebenfalls bekannt gegeben, mit Nitzer Ebb enthält das Line Up den EBM Giganten schlechthin. Und für diejenigen, die jetzt schon überzeugt sind, seit dem 01. August könnt ihr Eure regulären Tickets wieder im Amphi Shop erwerben.

Samstag

Sonntag

Bericht & Bild: Michelle Sieblist

31.07.2018

Apes Enraged Festival – 14.07.18, Hamburg

– English below –

 

„Die härteste Gartenparty Hamburgs“ – das war das Erste und bis dato einzige was ich über das Apes Enraged Festival gehört hatte. Abgesehen von der Tatsache, dass eine meiner Lieblingsbands dort auftreten sollte sprach erst einmal nicht viel dafür die lange Reise von Finnland bis nach Hamburg auf mich zu nehmen, aber ich wollte ja im Sommer eh mal wieder in meiner deutschen Heimat vorbei schauen und warum sollte ich das nicht auch mit einem Festivalbesuch verbinden? Zugegeben, auch Süddeutschland ist von Hamburg nicht gerade um die Ecke, aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg und das gleich vorweg, ich denke die Mühe und der Schlafentzug haben sich gelohnt.

Samstagfrüh komme ich mit dem Nachtbus in Hamburg an und erkunde erstmal die Stadt. Zu meiner Freude verziehen sich die doch recht düsteren Wolken im Lauf des Vormittags und als ich gegen halb drei beim Festival Gelände ankomme ist das Wetter strahlend schön.

Schon am Eingang werde ich vom Duft des Spanferkels daran erinnert, das ich noch nicht zu Mittag gegessen habe, das ist aber zum Glück kein Problem, bei der Auswahl die das doch recht überschaubare Festival beim Essen bietet, sollte wirklich für jeden etwas dabei sein.

Den Anfang machen In Search Of Sun mit einem für mich etwas überraschenden Stilmix. Zu schade, dass die Engländer aus privaten Gründen so schnell wie möglich wieder zurück nach Hause müssen, die Stimmung wäre später bestimmt besser gewesen.

Als nächstes kommen Detraktor aus Hamburg. Was „Traktor Metal“ – wie die Jungs ihren Still nennen – ist weiß ich zwar nicht, aber es macht auf jeden Fall spaß und reißt mit.

Auch Morbitory kommen aus Hamburg, sind aber deutlich härter. Ich schaue mich unterdessen lieber noch etwas mehr auf dem Festivalgelände um. Eigentlich ist alles recht überschaubar, aber irgendwie lässt sich doch immer wieder etwas Neues entdecken.

Anschließend geben Determination ihr letztes Ständchen. Die Rostocker Death Metaller haben hier ihre allerletzte Show und ich glaube das ist keine ganz schlechte Entscheidung gewesen, hier wirkt es auch so als ob die Freude am Spielen nicht mehr ganz vorhanden ist.

Monoscream hingegen scheinen Spaß zu haben, allen voran Bassist Kim Liljedahl, der immer wieder Ausflüge ins Publikum macht und ansonsten eine Grimmasse nach der anderen zieht. Ich finde die Schweden jedenfalls sehr sympathisch. Und auch wenn Melodic Death Metal nicht wirklich meine Musikrichtung ist würde ich mir die Jungs gerne nochmal anschauen.

Damnation Defaced heizen das Publikum dann noch einmal richtig auf, den Moshpit lasse ich allerdings lieber aus und begnüge mich mit Headbangen, den als nächstes kommt die Band auf die ich schon den ganzen Tag warte.

Frosttide aus Finnland. Ja, ich bin von Finnland nach Deutschland gereist um eine finnische Band zu sehen und nein, ich bin nicht verrückt. Die Jungs waren bisher noch immer jeden noch so langen Weg wert und auch diesmal wurde ich nicht enttäuscht. Mit „Carved Into Ice“ gibt es als erstes einen Song von der neuen EP, bevor es dann mit den alten Klassikern weiter geht.

Wie so oft ist der Festivaltag viel zu schnell vorbei, aber zum Glück habe ich es nicht eilig und kann den Tag noch gemütlich mit ein paar Bier (nur 1,50€) ausklingen lassen.

Alles in allem ist das Apes Enraged ein kleines aber sehr feines Festival. Gute Stimmung scheint hier garantiert zu sein und  wer eine etwas längere Anreise hat kann im hinteren Teil des Geländes auch sein Zelt aufschlagen. Wer also keine Lust auf überfüllte und übermäßig kommerzielle Festivals hat sollte hier einmal vorbei schauen, es lohnt sich auf jeden Fall.

 

 

 

– English –

 

„The hardest garden party in Hamburg“ – that was the first and until that only thing I had heard about the Apes Enraged Festival. Apart from the fact that one of my favourite bands should play there, there were not much reasons to go on the long journey from Finland to Hamburg. But I anyway wanted to visit my German home during the summer and why shouldn’t I connect that with a festival visit? Ok, southern Germany is also not exactly around the corner from Hamburg, but where there’s a will, there’s a way and I think it was worth the effort and the sleep deprivation.

Saturday morning I arrive with the night bus in Hamburg and first explore the city. To my delight, the rather gloomy clouds disappear during the morning and when I arrive at the Festival area around 2:30 am the weather is radiantly beautiful.

Already at the entrance I get reminded by the scent of the suckling pig, that I haven’t had lunch yet, but fortunately this is no problem, as the selection of food is big enough, that everyone should be able to find something.

The start is made by In Search Of Sun with a little bit surprising mix of styles. Too bad that the Brits had to return back home as quickly as possible for personal reasons.

Next up is Detraktor from Hamburg. I don’t know what „Tractor Metal“ – as the boys call their still – is, but it definitely makes fun and is infectious.

Morbitory is also from Hamburg, but they play much harder music. So I prefer to discover the festival area a bit more in the meantime. Everything is quite compact, but you can still find something more all the time.

Then Determination played their last serenade. The Death Metal band from Rostock had their very last show here and I think that was not the worst decision, as they appear to have lost most of their joy of playing.

Monoscream, on the other hand, seems to have a lot of fun, especially bassist Kim Liljedahl, who always makes trips into the audience or pulls of one grimace after the other. I find the Swedes are very sympathetic. And even though Melodic Death Metal is not really my style of music I would like to see these guys again some when.

 

Damnation Defaced heat up the audience once again, but I prefer to skip the mosh pit and just go with headbanging, because next up is the band I’ve been waiting for all day.

Frosttide from Finland. Yes, I travelled from Finland to Germany to see a Finnish band and no, I’m not crazy. The boys were always worth every journey no matter how far and I also didn’t got disappointed this time. They started with „Carved Into Ice“ from their new EP, before they continue with the old classics.

As so often, the festival day is over far too fast, but fortunately I’m not in a hurry and can still end the day comfortably with a few beers (only 1.50€).

All in all, the Apes Enraged is a small but very nice festival. Good atmosphere seems to be guaranteed here and if you have a longer journey, you can put up your tent in the back of the festival area. Anyone who has enough of overcrowded and overly commercial festivals should drop by here, it definitely worth it.

 

Copyright: Anna Brödel (https://www.facebook.com/theScarletMemoryPhotography/?ref=bookmarks)

23.06.2018

South Park Festival in Tampere, Finland – Saturday 09.06 – Day 2

English version below

 

Am Samstag geht es mit Beast in Black gleich von Anfang an voller Energie los. Und nicht nur voller Energie, sondern auch mit einem bereits sehr gut gefüllten Festivalgelände (und das um 14:30!). Das Publikum wird für seine Anwesenheit aber auch wirklich gut entlohnt, man spürt genau wieviel Spaß die Finnen auf der Bühne haben.

Weiter geht es anschließend mit Night Nurse – ebenfalls aus Finnland – mit einem ziemlichen Kontrastprogramm. Musikalische ist die Gruppe um Frontfrau Camy viel sanfter, durchaus nicht schlecht, allerdings scheint dass das Publikum nicht ganz so sehr mitzureißen. Ich genieße unterdessen endlich mal einen ruhigen Moment, die schöne Aussicht auf den See und die gerade gekauften Süßigkeiten.

Lange habe ich aber nicht Zeit zum Relaxen, denn da geht es auch schon wieder mit Amorphis weiter. Auch wenn Amorphis schon lange zu meinen Favoriten gehören, zieht es mich doch recht selten zu den Live-Shows. Das sollte ich vielleicht mal überdenken, denn die folgende Show ist definitiv mein persönliches Highlight des Tages und das nicht nur weil jetzt endlich die Sonne scheint. Spätestens bei dem Song „Sacrifice“ ist auch das Publikum voll dabei. Bei nur einer Stunde Spielzeit kommt hier wirklich nur Hit auf Hit auf Hit. Irgendwann klatscht und singt das gesamte Publikum – so offensichtlich begeisterte Finnen habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Gut, “Nyt on kesä“ (Jetzt ist Sommer) wie Sänger Tomi Joutsen uns im Laufe der Show erklärt und das holt wohl selbst den zurückhaltendsten Finnen aus dem Winterschlaf. Und wer bisher immer noch nicht aufgewacht ist wird spätesten bei Lost Society ganz sicher aus dem Schlaf gerissen.

Wenn man Sie ließe würden die Jungs wahrscheinlich einfach die ganze Bühne in Schutt und Asche legen, da die aber ja noch gebraucht wird beschränken sie sich auf non-stop headbangen. Auf dem Weg zurück zur großen Bühne mache ich noch einen kleinen Zwischenstopp bei der Autogrammstunde von Beast in Black, ein paar Minuten einfach nur als Fan müssen ja auch drin sein und da das Ganze – so wie das gesamte Festival – absolut gut organisiert und geordnet abläuft bin ich immer noch mehr als pünktlich bei Mustasch.

Irgendwie kommt es mir  inzwischen noch voller vor, ist wohl auch, denn während ich gerade noch überlege ob ich mir das nur einbilde blinkt auf meinem Handy eine neue Mail auf. Von überlasteten Mobilfunknetzen ist man in Finnland zum Glück selbst bei relativ großen Festivals nicht betroffen, und so erfahre ich in Echtzeit, dass es einen neuen Besucherrekord für das South Park Festivals gibt. Über 13.000 Besucher kann die diesjährige Auflage des Festivals verzeichnen. Mit „Bring Me Everyone“ legen die Schweden dann aber auch los und zwar bei inzwischen strahlendem Sonnenschein. Allerdings scheint das plötzliche Sommerwetter den Finnen eher zu erschrecken, anders kann ich mir nicht erklären, warum noch während der Show immer mehr von vor der Bühne in den Schatten wandern.

Auch bei S-Tool merkt man von dem neuen Besucherrekord erst einmal nicht viel. Bei der für mich dritten Show dieser Band kann ich nun endlich auch einmal den Sänger richtig hören. Liegt das nun daran, dass endlich einmal ein guter Soundtechniker vorhanden ist oder einfach daran, dass Bassist Kimmo Hiltunen krank ist, daher leider nicht mit auftreten kann, und somit nur die Hälfte des Backgroundgesangs vorhanden ist? In jedem Fall tut das der Musik ganz gut. Langsam aber sicher trauen sich auch die von der Sonne verschreckten Finnen wieder aus ihren Verstecken und so ist es gegen Ende der Show dann doch noch gut voll vor der Bühne.

Accept hingegen sind von Anfang an gut besucht, Sie sind aber ja auch schon fast alte Bekannte, schließlich waren sie auch schon vor drei Jahren bei der zweiten Auflage des Festivals mit am Start.

Bei Mokoma anschließend reicht der Platz vor der kleinen Bühne kaum aus um allen Zuschauern Platz zu bieten. Ich verstehe bei den finnischen Texten zwar nicht viel, aber mitreißend ist es trotzdem. Die Jungs wirken typisch finnisch skurril, aber sehr sympathisch.

Den Abschluss des diesjährigen Festivals macht schließlich Helloween, die genau wie Accept auch schon 2015 hier aufgetreten sind. Offensichtlich soll dem Publikum hier eine grandiose Show geboten werden und als dann um 22:30 der Vorhang fällt, geht es auch gleich mit voller Power los. ”Are you Metal?” dröhnt es von der Bühne. Ja, Tampere ist Metal und so geht mit fliegenden Pumpkin-Luftballons ein fantasisches Festivlal Wochendene zu Ende und ich bin mir sicher, dass das nicht mein letzter Besuch beim South Park Festival war.

Das für mich als Deutsche doch recht beschauliche Festival punktet mit einem klasse Line-Up, guter Organisation und seiner fantastischen Lage. Ich würde von allen Seiten herzlich aufgenommen und so verflog meine anfängliche Nervosität vor meinem ersten Festival einsatz hier in Finnland ganz schnell. In diesem Sinne, hoffentlich bis nächstes Jahr.